Samstag, 1. August 2015

iş iş iş

Arbeit, Arbeit und Arbeit, so kann man das Motto der Ausgrabung in Teos beschreiben. Musa KADIOĞLU verlangt viel von seinen Studenten, der Arbeitstag hat sicherlich mehr als 12 Stunden. Für uns ist das auch anstrengend, zum Einen ist es extrem heiß im Moment, über 40 Grad und die Untersuchungsflächen sind klein und pazelliert, so dass wir häüfig mit unseren Geräten umziehen müssen.
Großer Vorteil: wir arbeiten da wo andere urlaub machen, quasi direkt am Strand, deshalb ist das abendliche Bad nach der Arbeit eines der Genüsse, die wir jeden Tag rituell vollziehen.
Auch die Ergebnisse der geophysikalischen Messungen in teos sind hervoragend, so konnten wir einige große Strukturen endecken (Gymnasion?) und einige Tempel sind ebenfalls neu hinzu gekommen. Da kann man gespannt sein, was die Ausgrabungen in den nächsten Jahren da noch finden werden.



Fahrendes Volk...

...so hatte uns einst Christine-Felice Röhrs in ihrem Artikel "Die Grabenkämpfer" im Berliner Tagesspiegel bezeichnet "...Sie sind Geologen, fahrendes Volk. Jeden Sommer sind sie mit ihrem alten VW-Bus, Freiburger Kennzeichen, im ganzen Orient unterwegs, um für Archäologen in den Boden zu gucken....", na ja, der VW-Bus ist zwar alt - relativ gesehen - 200.000 km ist Christian damit in 3 Jahren gefahren, davor war er ganz neu. Aber unterwegs waren wir wieder, von Gordion nach Teos.
Einsatzbesprechung in Teos


In Teos hat das Ausgrabungsteam um Prof. Dr. Musa KADIOĞLU (Ankara Üniversitesi) ein neues Grabungshaus errichten lassen - alles vom feinsten und alles ganz neu. Die Studenten haben hier einen anstrengenden 12 Stunden Tag, neben de Ausgrabung gilt es auch am neuen Grabungshaus und Depot zu werkeln...
Das neue Grabungshaus in Teos


Sonntag, 26. Juli 2015

Graben-Kämpfer

Dann hat er uns doch noch beschäftigt, der Verteidigungsgraben der Aussenstadt von Gordion. 2014 ließ er sich problemlos mit Geomagnetik und geoelektrischer Tomografie verfolgen, doch dieses Jahr wollte er sich einfach in keiner der gemessenen Flächen zeigen. Das erinnert mich an Troia, wo wir 2008 ebenfalls in heftige Graben-Such-Aktivitäten eingebunden waren. Damals ging es um den Graben von Troia VI, auch hier sollte damit die Ausdehnung des bronzezeitlichen Troias belegt werden. Im Berliner Tagesspiegel findet sich hierzu ein schöner Artikel. "Verfuchter Graben" - ja so kann man sagen.

Auf "Grabenjagd" mit dem Magnetometer
Und dann haben wir ihn doch noch wieder gefunden, am letzten Messtag, in der allerletzten Untersuchungsfläche war er wieder da, eine ausgeprägte breite Anomalie, die sich vermutlich um einen Höhenrücken zieht und den Hang des Rückens als natürliche Verteidigungsmauer nutzt.

Bereits 2010 haben wir diese mächtige Toranlage mit der Geomagnetik gemessen, inzwischen ist sie komplett ausgeggraben.

Donnerstag, 23. Juli 2015

Indianer Jones Stuff

Unser Spezialauftrag lautet: Grabkammer im Beyceğiz Tumulus - einem der größeren Grabhügel in der Nähe von Gordion - orten. Hier wurde vor drei Jahren ein Raubgräbertunnel endeckt. Darauf hin hat sich das Museum in Ankara entschlossen eine Rettungsgrabung durchzuführen. Man hat versucht die Kammer zu finden, in dem man mit einem Bagger einen Schnitt in den Grabhügel gelegt hat. Dies hat jedoch nicht funktioniert und die Grabung wurde im November 2013 abgebrochen. Darauf hin, haben wir mehrerer geoelektrische Schnitte durch den Tumulus gelegt und ein 3D-Modell mittels unserer Drohne angefertigt. Auf Grund dieser Daten konnten wir auf die Lage der Grabkammer schließen.

3d- Modell Beyceğiz Tumulus
2015 hat sich nun das Nationalmuseum in Ankara entschlossen, einen weiteren Versuch zu unternehmen und die Grabkammer zu finden. Daher wurden wir beauftragt weitere Untersuchungen an dem Tumuls vorzunehmen.
Geoelektrik auf dem Beyceğiz Tumulus 2015

Tag 2 und 3

Nach dem wir uns eingerichtet haben und der erste Messtag vorrüber ist, nehmen die Arbeiten in Gordion ihren Routinelauf: 5 Uhr Aufstehen, von 6 bis 13 Uhr Geomagnetik und nach dem Mittag und einer kurzen Siesta wird dann noch Mal etwas Geoelektrik gemacht. Wir untersuchen nach wie vor den Verlauf der Befestigungsanlage der äußeren Stadt.


Geoelektrik entlang der Terrassenhäuser in Gordion

Um 19 Uhr gibt es Cocktails und danach das Abendessen. Gegen 22 Uhr ist dann meistens Ruhe und alle liegen bereits in den Betten - ausser gestern, da haben Christian und ich eine Party organisiert, es wurde viel getanzt und die Stimmung war super. Heute hatten alle Archäologen frei - wir leider nicht, wir hatten einen Spezialauftrag der türkischen Grabungskommissarin bekommen....

Brian Rose bei der Coctailhour

Montag, 20. Juli 2015

Erster Messtag

Der erste Messtag beginnt früh um 5 mit einem kurzem Frühstück, anschließend müssen als erstes die Geräte aufgebaut werden. Da in Gordion hauptsächlich Geomagnetik zum Einsatz kommt, wird erst Mal der Cäsium-Magnetometer aufgebaut. Leider stellt sich heraus, dass die Messkonsole ein Problem hat und eine der 4 Sonden nicht richtig startet.



Jetzt muss ein Plan B her, also bauen wir den Fluxgate-Magnetometer auf - der hat zwar nicht so eine hohe Auflösung, jedoch sollte es für die Fragestellung in Gordion reichen. Eine weitere Neuerung ist der Einsatz einer Android-App, die ich auf dem Weg nach Gordion mit B4A programmiert habe und die uns es erlaubt alle Ergebnisse im Gelände mit der eigenen Position darzustellen. Dies erleichert die Planung und Interpretation der Ergebnisse ungemein.


Sonntag, 19. Juli 2015

Anreise 17.-19.07.15

Freitag morgen (17.07.15) um 4 Uhr ist es wieder soweit. Die diesjährige Türkei Ausgrabungssaison startet. Wir kommen einigermaßen pünktlich los und die Fahrt verläuft problemlos. Wir kommen pünktlich in Ancona an, es reicht sogar noch für ein Mittagessen mit Pasta und gegrilltem Fisch. Die Fähre ist wie zu erwarten rammelvoll mit überwiegend sehr jungem Publikum. Und es ist brütend heiß. Zum Glück verfügen wir über eine klimatisierte Innenkabine ohne Fenster, so bekommt man gar nichts mehr mit, weder Hitze noch Tageszeiten.

Der Ort der Probleme: Griechischer Zoll

Mit einiger Verspätung erreichen Wir Igumenitsa und nun geht es wieder mit dem Auto über die mit EU-Mitteln gut ausgebaute Autobahn Richtung türkische Grenze. Die ersten Probleme tauchen am griechischen Zoll auf: Die Zollbeamten trinken Kaffee oder Frappé und verweisen auf die nachfolgende Schicht, die in einer Stunde beginnt. Also warten. Die neue Schicht will oder kann unser Carnet de passage nicht weiter führen....man verweist uns zurück nach Tessaloniki zum dortigen Zoll (350 km Fahrt zurück) -  am Samstag Abend um 21 Uhr geht da gar nichts mehr. Später schaffen es die Zöllner, dann jemand in Alexandropoulis zu finden, der sich im dortigen Zoll unseres Carnets annimmt. Also wieder mit dem Auto nach Alexandroupolis um den dortigen Zoll zu suchen (Samstag Abend 22 Uhr). Auch diese Hürde nehmen wir und sind dann schließlich nach knapp 6 Stunden Zoll in der Türkei angekommen....Jippiii

Spät aber wir sind angekommen: erste Übernachtung bei Gelibolu
Am nächsten Tag setzen wir über auf den asiatischen Teil mit der kleinen Fähre von Gelibolu.
Anschließend haben wir noch einige 100 km Fahrt vor uns, die aber schnell vorüber gehen und pünktlich um 18 Uher erreichen wir Gordion. Um 19 Uhr sitzen wir bereits mit dem restlichen Team auf der Terrasse des Grabungshauses und genießen einige kalte Drinks zur üblichen Cocktail-Hour.